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RFA: Mit Hitze gegen Leberkrebs

Neue Methoden verbessern Heilungschancen

Ein Artikel von Dr. med. Ufuk Gündug

Die Radiofrequenzablation (RFA) ist ein Therapieverfahren, das neben der primären Anwendung bei Lebertumoren auch zur Behandlung von Lebermetastasen eingesetzt werden kann. Dabei werden vor allem Tumorabsiedlungen, zum Beispiel im Bereich des Magen-Darm-Traktes, als mögliche Behandlungsoption gesehen. Die interventionelle minimalinvasive Möglichkeit zur Behandlung dieser Tumore hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Prinzipiell stehen mehrere lokalablative Verfahren wie Hitzeeinwirkung (RFA, Lasertherapie) und Kälteeinwirkung (Kryotherapie) zur Verfügung.

Die RFA, die am Standort St. Josef-Hospital in Gelsenkirchen-Horst angewendet wird, ist eine Therapie, die unter sonographisch gesteuerter Punktion in lokaler Betäubung oder Analgosedierung (Schlafbetäubung) erfolgt. Es werden circa 3 mm durchmessende RFA-Sonden durch die Haut in die Leber platziert. Anschließend wird das Tumorgewebe mit einem hochfrequenten Wechselstrom über die Sonde erhitzend zerstört. Nach komplikationslosem Verlauf ist eine Entlassung nach zwei Tagen möglich. Eine Verlaufskontrolle der Therapie erfolgt durch weitere bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie. Die Indikation für die Anwendung wird interdisziplinär in der Regel gemeinsam mit der Klinik für Onkologie festgelegt.

Die Tumorgröße spielt bei der Entscheidung für die Therapie eine wesentliche Rolle, da dieses Verfahren physikalisch bedingt eine begrenzte Zerstörgröße des Tumors aufweist. Obwohl durch die deutlich besser entwickelten RFA-Systeme immer größere Läsionen der Leber (bis zu 6 cm) behandelbar werden, ist der Therapieerfolg von der Tumorgröße- und -lage abhängig. Das Verfahren bietet eine Chance, den Tumor ganz oder nahezu vollständig zu zerstören.