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Krebsmedizin im Wandel

Von „Chemo“ bis Strahlentherapie: Das WAZ-Medizinforum

Ein Artikel von Maria Eckardt und Andrea Petri

„Krebsmedizin im Wandel – Genauer erkennen, gezielter behandeln, im Ganzen betreuen“ war das Thema, das im April beim WAZ-Medizinforum mit dem Onkologischen Zentrum am St. Josef-Hospital präsentiert wurde. Mehr als 100 Besucher verfolgten vier Medizinervorträge im Schloss Horst. Im Blickpunkt: Bösartige Tumor-Erkrankungen im Bereich Lunge, Magen und Darm – sowie neue und moderne Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

„Rund 450.000 Krebs-Neuerkrankungen werden pro Jahr in Deutschland festgestellt“, so Privat-Dozent Dr. med. Gerald Meckenstock, Chefarzt der Klinik für Onkologie. Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen sind die häufigsten Krebsarten. An zweiter Stelle – bei Mann und Frau – steht der Darmkrebs, gefolgt vom Lungenkrebs mit 46.000 Fällen bundesweit. Der Chefarzt: „Bei den Männern liegt Gelsenkirchen hier bundesweit auf Platz eins bei den Neuerkrankungen. Etwa 100 Fälle kommen laut dem Lungenkrebsreport Deutschland auf 100.000 Einwohner. Bei den Frauen liegt die Stadt statistisch mit 50 Betroffenen auf Platz zwei. Hauptursache für Lungenkrebs ist das Rauchen. Weitere Ursachen für Krebs im Allgemeinen sind ungesunde Lebensgewohnheiten, Umwelt- und genetische Faktoren, Alter und Vorerkrankungen.

Krebs, so Dr. Meckenstock, das seien im Ursprung Zellen, die aufgrund von genetischen Schädigungen nicht mehr ihre normale Funktion erfüllten, sich ungehemmt vermehrten und so Tumore entstehen ließen. Die klassische Chemotherapie ist bei vielen Tumoren weiterhin die grundlegende Behandlungsform. Ein Hauptproblem bei der Wirkung sei die Unterscheidung von Tumorzellen und normalen Zellen. Doch in den letzten Jahren seien Medikamente entwickelt worden, die gezielter die Krebszelle angreifen können, so Dr. Meckenstock. Hier greife das „Schlüssel-Schloss-Prinzip“, eben Wirkstoffe, die passgenau zur Anwendung kämen, um Tumorzellen zu blockieren. Neueste medikamentöse Entwicklungen zielen auf die Aktivierung des Immunsystems gegen Tumorzellen.

Die Referenten beantworteten Fragen aus dem Publikum: Dr. med. R. Aschoff, Dr. med. H.-P. Harasim, Priv.-Doz. Dr. med. G. Meckenstock (v.l.)

Dr. med. Peter Gunther Auer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, stellte mit zahlreichen Bildbeispielen („Wir arbeiten da zum Teil mit 100-facher Vergrößerung“) von Speiseröhre über Magen und Gallenblase bis zum Mastdarm die Möglichkeiten hochmoderner Endoskopie vor, die teilweise Operationen ersetzen kann (beispielsweise um Polypen zu entfernen) und eine schnelle, sehr genaue Diagnostik ermöglicht oder eben auch minimalinvasive Eingriffe vorbereitet. Diese Standardverfahren am St. Josef-Hospital mit Videoassistenz und TV-Bild bei der OP, also mit kleinen Einschnitten statt großer Eingriffe, bedeuten für die Patienten weniger Blutverlust, geringere Schmerzen und schnellere Erholungsphasen. Der Klinikaufenthalt verkürze sich durch diese Schlüssellochtechnik bei der Tumorentfernung deutlich, stellte Dr. med. Hans-Peter Harasim, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie fest.

Bestrahlung ist bei der Krebsbehandlung neben der Chemotherapie das Mittel der Wahl. Dass die Strahlen zur Tumorbekämpfung mittlerweile millimetergenau eingesetzt werden können, stellte Dr. med. Raimund Aschoff, Leitender Arzt der Abteilung für Strahlentherapie, vor. Genauigkeit hilft hier, Gewebe zu schonen und Risiken zu vermeiden. Dass die Technik und die Mediziner so weit sind, hat Besucherin Monika Ballay-Ossa überrascht. Das direkte Gespräch mit den Ärzten suchten im Anschluss etliche WAZ-Leser, auch Ursula Hutterer. „Manches will man ja lieber persönlich erfragen.“

Psychoonkologie

„Die Diagnose Krebs hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen.“

Krebspatienten leiden durch ihre Erkrankung häufig unter körperlichen Beeinträchtigungen oder erleben depressive Phasen, Erschöpfung, Schlaf- und Appetitstörungen. In der Familie entstehen Probleme, wenn die Erkrankten nicht mehr wie gewohnt ansprechbar oder weniger belastbar sind.

Die erlebten Gefühle von Unsicherheit, Sorge, Ohnmacht, Angst oder Wut können sehr bedrückend sein. Hier kann das psychoonkologische Team der Krebsberatungsstelle Gelsenkirchen Unterstützung und Hilfe leisten. Patienten und ihre Angehörigen erhalten Informationen über die Erkrankung, zu ambulanten Hilfsangeboten und zu Selbsthilfegruppen.

WAZ-Redakteur Jörn Stendern moderierte das Medizinforum in souveräner Weise.

IHRE SPEZIALISTEN IM ST. JOSEF-HOSPITAL:

  • Klinik für Medizinische und Radiologische Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin
    Chefarzt Privat-Dozent Dr. med. Gerald Meckenstock
    Telefon: 0209 / 504 - 25 300
  • Klinik für Strahlentherapie/Radioonkologie
    Ltd. Arzt Dr. med. Raimund Aschoff
    Telefon: 0209 / 504 - 25 350