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„Lebenslanges Lernen“: Pflege wird vielschichtiger

Die Berufsausbildung wird neu geregelt

Ein Artikel von Christel Buchholz-Mielke
Die Pflegepädagogen Michael Asmussen (l.) und Maria Schirp

In jedem Jahr beginnen ca. 40 Auszubildende im St. Barbara-Hospital in Gladbeck und im St. Josef-Hospital in Gelsenkirchen-Horst die anspruchsvolle dreijährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Neben der praktischen Ausbildung in diesen beiden Krankenhäusern und bei weiteren Kooperationspartnern findet die theoretische Ausbildung in Gelsenkirchen-Ückendorf im Kirchlichen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, KBG GmbH, im Revier statt.

Das Kirchliche Bildungszentrum wurde 2003 als zentrales Bildungszentrum für Pflegeberufe gegründet. Zur bereits hier ansässigen Kranken- und Kinderkrankenpflegeschule des Marienhospitals kamen die Krankenpflegeschulen des St. Barbara-Hospitals Gladbeck, des St. Josef-Hospitals Horst sowie das Altenpflegefachseminar aus Gelsenkirchen-Resse hinzu. 2004 schloss sich die Krankenpflegeschule der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen und 2005 die Bergmannsheil- und Kinderklinik Buer mit ihrer Kinderkrankenpflegeschule an. Das KBG ist heute eine Schule mit 425 Ausbildungsplätzen. Gegenwärtig sind hier 18 Lehrkräfte und zwei Sekretärinnen beschäftigt.

2015: Fahrt nach Prag des Jahrgangs, der 2013 die Ausbildung begonnen hat.
Innenansicht der Bibliothek

Umstrukturierung durch neues Gesetz

Der neue Jahrgang der Ausbildung (2016 bis 2019) startet im September mit vier Kursen in der Gesundheits- und Kranken- bzw. Kinderkrankenpflege sowie einem Altenpflegekurs. Insgesamt bedeutet dies, dass rund 150 neue Auszubildende beginnen. Wahrscheinlich werden diese drei verschiedenen Ausbildungen 2016 das letzte mal gesondert begonnen. In den letzten Jahren wurde damit begonnen, die Pflegeausbildung aufgrund geänderter Bedarfe in der pflegerischen Versorgung umzustrukturieren bzw. neu zu konzipieren. Nun werden das Krankenpflegegesetz und das Altenpflegegesetz abgelöst und die Ausbildung in den Pflegeberufen durch ein gemeinsames Pflegeberufsgesetz neu strukturiert. Im März 2016 gab es die erste Lesung im Bundestag, sodass 2017 mit diesem neuen Pflegeberufsgesetz zu rechnen ist.

Eine wesentliche Veränderung ist, dass es nur noch eine gemeinsame dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann geben wird, die die Gesundheits- und Krankenpflege, die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und die Altenpflege als einzelne Ausbildungen ablöst. Der überwiegende Teil der praktischen Ausbildung wird weiterhin beim Träger der praktischen Ausbildung erfolgen, aber zukünftig werden alle Auszubildenden Einsätze in allen Bereichen haben, also in Krankenhäusern, bei ambulanten Pflegediensten und in stationären Pflegeeinrichtungen. Das KBG verfügt mit all seinen Kooperationspartnern schon heute über alle Bereiche, die im Rahmen der praktischen Ausbildung in Zukunft mit dem Pflegeberufsgesetz notwendig werden.

Pädagogische Schulleitung: Christel Buchholz-Mielke

Mit dieser neu konzipierten Ausbildung begegnet man von Seiten der Regierung dem Pflegekräftemangel, einer der größten Herausforderungen unseres Gesundheitssystems, und erfüllt zukünftig die EU-Richtlinie 2005/36/EG, der die differierenden Ausbildungen in Deutschland bisher nicht entsprachen.

Auch die theoretische Ausbildung ändert sich grundlegend. Ziel der neuen, generalistischen Ausbildung ist es, eine umfassende Handlungskompetenz aufzubauen. Dies gelingt nicht durch Addition der bestehenden Ausbildungen, sondern durch eine Neukonzeption. Die bisherige Ausrichtung der zu vermittelnden Kompetenzen wurde durch das Alter der Patienten bestimmt. Jetzt führen der demografische Wandel und die veränderten Versorgungsbedarfe und -strukturen zu neuen Anforderungen. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Versorgungsformen werden durchlässiger. In den Senioreneinrichtungen sind schon lange nicht mehr nur die Grundpflege und Begleitung alter Menschen gefragt, sondern hier sind mehrfach erkrankte alte Menschen durch eine komplexe Behandlungspflege zu versorgen. Auf der anderen Seite sind diese betagten, pflegebedürftigen Menschen auch Krankenhauspatienten; die multidisziplinäre Zusammenarbeit wird wichtiger. Nur eine breit ausgerichtete Ausbildung qualifiziert zur Pflege von Menschen aller Altersstufen und Lebenssituationen, egal in welchem Versorgungsbereich.

Altbau und Neubau von der Ostseite mit bodentiefen Fenstern im Konferenzraum (EG) und in der Bibliothek (1. OG)

Diesen Wandel will das neue Pflegeberufsgesetz nachvollziehen. In Modellversuchen wurde die generalistische Ausbildung erprobt und sie wird die charakteristischen Inhalte der bisherigen Ausbildungen behalten. Gleichzeitig müssen die Auszubildenden die notwendigen Kompetenzen für einen erforderlichen Entwicklungsprozess im Sinne eines lebenslangen Lernens während der Ausbildung erwerben, um Wissenstransfer und Selbstreflexion umzusetzen. Damit werden gleichzeitig die Qualität der Ausbildung und die Qualität der pflegerischen Versorgung verbessert.

Die theoretische Ausbildung als gemeinsame generalistische Ausbildung stellt auch neue Anforderungen an die Pflegeschulen. Die Ausbildung wird zukünftig in Module gegliedert. D.h., es wird Bausteine geben, die für alle Auszubildenden Pflicht und inhaltlich gleich sind. Aber es wird auch andere Bausteine geben, die je nach Spezialisierung des Auszubildenden unterschiedlich sein können. Nach drei Jahren ist jeder Pflegefachmann/jede Pflegefachfrau für seinen/ihren Fachbereich, aber letztlich auch für alle Altersstufen und Lebensformen gerüstet. Noch sind auf Bundesebene administrative wie finanzielle Bedingungen zu klären, sodass die ersten Schüler vermutlich frühestens 2018 starten können.

Neuer Anbau für das KBG

Zurzeit wird das Schulgebäude des KBG um einen Anbau erweitert. Mit der Fertigstellung wird im Herbst 2016 gerechnet. Hierdurch werden deutlich mehr Räume zur Verfuügung stehen, welche als Klassenräume, Gruppenarbeitsräume, Sozialräume und Bibliothek genutzt werden; auch die Sanitäranlagen werden erneuert und erweitert. Dieser räumliche Ausbau soll die Ausbildungsqualität durch eine ansprechende Lernatmosphäre und angenehme Arbeitsumgebung erhöhen. Davon profitieren Auszubildende und Lehrer. Außerdem ermöglicht das größere Raumangebot optimale Bedingungen zur Umsetzung der generalistischen Ausbildung und schafft gute Möglichkeiten zum geforderten und notwendigen lebenslangen Lernen.

Das KBG

Das Kirchliche Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im Revier (KBG) ist eine Schule ...

  • mit einer lebendigen und vielfältigen Lehrer- und Schülerschaft.
  • in der die Lernende/der Lernende im Mittelpunkt steht.
  • die auf individuelle Förderung setzt.
  • die sich an den neuesten pädagogischen und didaktischen Gegebenheiten orientiert.
  • die kontinuierlich an Weiterentwicklung und Verbesserung arbeitet.
  • die in vielen Bereichen innovativ ist.
  • mit starken Kooperationspartnern.