Kein Standort ausgewählt St. Antonius-Krankenhaus St. Barbara-Hospital St. Josef-Hospital Seniorenzentrum St. Hedwig

360 Grad Der Themenblog der KKEL

RSS-Feed abonnieren
Zurück zur Übersicht

Demente Patienten im Krankenhaus erhalten Unterstützung

St. Josef-Hospital: Soziale Betreuung verringert die emotionale Belastung

Ein Artikel von Susanne Nattinger, B.A.
Kümmern sich um demente Patienten: Andrea Dietzel, Ulrike Behncke-Geißmann, Katja Wüllerscheid (v.l.), daneben Susanne Natinger (Bereichsleitung Sozialdienst)

Als ein Schlüsselelement in der Versorgung von Patien­ten mit einer Demenz im Krankenhaus gelten zusätzliche Beschäftigungs- und Betreuungsangebote. Gezielt ein­gesetzt helfen diese dem Patienten zu einer gelungenen Bewältigung des Krankenhausaufenthaltes. Bewiesen ist, dass eine stationäre Aufnahme eine gravierende Heraus­forderung für dementiell Erkrankte darstellt.

Für jeden von uns bedeutet ein Krankenhausaufenthalt eine emotionale Belastung, aber für Patienten, die an einer Demenz erkrankt sind, gilt dies in erheblichem Maße. Sie sind nicht in der Lage, sich auf die veränderte, unbekannte Umgebung einzustellen; sie verstehen nicht, warum dieser Ortswechsel erfolgte und was mit ihnen passiert. Hilflosig­keit, Verwirrung und Verlustängste machen sich breit. All diese Faktoren sorgen für ein Gefühl der Machtlosigkeit, das unter Umständen zu starker Unruhe und/oder heraus­forderndem Verhalten führen kann. Gerade dieses heraus­fordernde Verhalten darf niemals als „böswillige Aktion“ des Patienten gewertet werden, sondern sollte mit einer validierenden, wertschätzenden Grundhaltung beantwor­tet werden. Validation bedeutet in diesem Zusammenhang das Annehmen und Akzeptieren der Gefühle des dementen Patienten.

Spiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ fördern die soziale Kompetenz und halten geistig fit.

Aus diesen Gründen stellten sich die Katholische Kliniken Emscher-Lippe GmbH (KKEL) der Herausforderung, eine adäquate, an die Bedürfnisse der Patienten mit der Begleitdiagnose Demenz orientierte, stationäre Betreuung anzubieten. Am 4. Januar 2016 startete das Projekt der Alltagsbetreuung von dementiell erkrankten Patienten auf einer geriatrischen sowie der chirurgischen Station im St. Josef-Hospital. Die Betreuungshelfer Andrea Dietzel, Katja Wüllerscheid und Ulrike Behncke-Geißmann bieten neun Stunden pro Woche ein niederschwelliges Betreuungsangebot an. Täglich werden die Patienten, die zusätzlicher Betreuung bedürfen, seitens des examinierten Pflegepersonals identifiziert und den Alltagsbegleitern benannt. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass die Besonderheiten im Umgang mit den zu betreuenden Patienten gegenüber den Demenzbegleitern auch ausdrücklich angesprochen werden.

Im Fokus der Arbeit der Betreuungshelfer steht die soziale Betreuung: Sie fördern auf Basis der individuellen Ressourcen die Persönlichkeit und steigern das Wohlbefinden. Zu dem Bündel von Maßnahmen zählen bspw. Das Vorlesen, kreatives Gestalten, Begleitung zur Kapelle oder auch das Singen und Musizieren sowie die Pflege von Erinnerungen. Voraussetzung für die Tätigkeit als Betreuungshelfer ist die erfolgreiche Teilnahme an der Qualifizierungsschulung nach § 45 SGB XI. Seit Januar 2016 haben die Demenzhelfer bereits 250 Patienten auf der chirurgischen Station und 200 Patienten in der Geriatrie unterstützt. Das Feedback der Patienten sowie der Angehörigen ist ausnahmslos positiv. Claudia Lux, Stationsleitung der geriatrischen Station 1.1, formuliert es so: „Unsere Patienten erleben die Betreuungsassistentinnen als willkommenen Besuch, der Zeit, Interesse und viel Gefühl mitbringt. Wir empfinden dieses Projekt als hilfreiche Unterstützung unseres komplexen Behandlungsangebotes.“