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Faszination Rio de Janeiro

Ein Artikel von Jan D. Walter
OLYMPIA-STADT 2016

„Es gibt keine schönere Stadt auf Erden, und es gibt kaum eine unergründlichere, unübersichtlichere.“ Ein zweischneidiges Kompliment, das der Schriftsteller Stefan Zweig 1942 Rio de Janeiro machte. Auch wenn sich seither vieles geändert hat, die Faszination der Gegensätze ist ungebrochen: Auf der einen Straßenseite kann man die kilometerlangen Sandstrände von Copacabana und Ipanema betrachten, auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich Wohnviertel, Bürotürme und belebte Einkaufsstraßen. Dahinter thront die weltberühmte Christus-Statue auf dem 710 m hohen Berg Corcovado, der seinerseits wieder aus dem Nationalpark Tijuca emporragt – dem weltweit einzigen Regenwald innerhalb einer Großstadt. Davor und dahinter wohnen sieben Millionen Menschen in Luxus-Apartments, Mietshäusern im Kolonialstil und Wellblechhütten.

OLYMPIA-STADT 2016

In Rio de Janeiro werden alle Wettkämpfe im Stadtgebiet ausgetragen. Die Stadt ist sehr weitläufig: Rund 30 Kilometer liegen zwischen der Barra da Tijuca, wo das Olympische Dorf steht und die meisten Wettbewerbe ausgetragen werden, und dem X-Park, wo die Mountainbiker um Medaillen kämpfen. Wesentlich zentraler liegen das weltbekannte Fußball-Stadion Maracanã, die Regattastrecke auf dem See Rodrigo de Freitas sowie der Stadtteil Copacabana, wo unter anderem Beachvolleyball gespielt wird.

OLYMPIA IN RIO

5. bis 21. August

10.500 Athleten aus 206 Ländern kämpfen in 42 Sportarten um 306 Goldmedaillen.

136 dieser Gold-Medaillen werden Frauen gewinnen, 161 Männer. Die übrigen neun werden in Wettkämpfen vergeben, an denen beide Geschlechter teilnehmen.

Dass es mehr Medaillen für Männer als für Frauen gibt, liegt zum Beispiel daran, dass es beim Boxen zehn männliche, aber nur drei weibliche Gewichtsklassen gibt. Beim 50-Meter-Gehen gibt es keinen Frauen-Wettbewerb. Synchronschwimmen und Rhythmische Sportgymnastik sind wiederum den Frauen vorbehalten. Bei den Reitturnieren treten Männer und Frauen in denselben Wettkämpfen an. Im Badminton und Tennis gibt es gemischte Doppel. Erstmals bei den Paralympischen Spielen werden Wettbewerbe im Kanufahren und Triathlon ausgetragen. Auch bei den Olympischen Spielen können Menschen mit Behinderungen antreten. Als erste Athletin schaffte das 1984 die querschnittsgelähmte Bogenschützin Neroli Fairhall aus Neuseeland.

PARALYMPISCHE SPIELE

7. bis 18. September

4.315 Athleten aus 176 LÄndern kämpfen in 23 Sportarten um 528 Goldmedaillen.

226 dieser Gold-Medaillen werden an Frauen vergeben, 264 an Männer. Dazu kommen 38 gemischte Wettbewerbe.

Obwohl die Anzahl der Sportarten bei den Paralympics niedriger ist als bei Olympia, gibt es mehr Wettbewerbe. Das liegt an der großen Zahl der Wettkampfklassen, die sich aus den verschiedenen Arten von Behinderungen ergeben: Sprinterinnen mit Sehbehinderung, wie etwa Katrin Müller-Rottgardt, treten nicht gegen Läuferinnen mit Beinamputation an.