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360 Grad Der Themenblog der KKEL

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Impfen

Schutz für sich und andere

Ein Artikel von Dr. med. Hiltrud Verse

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut gibt gemäß § 20 Abs. 2 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und anderer Maßnahmen der spezifischen Vorbeugung übertragbarer Krankheiten beim Menschen. Sie gibt Empfehlungen für die Durchführung von Schutzimpfungen gegen impfpräventable Krankheiten bei bestimmten Indikationen. Die Empfehlungen werden nach dem Stand der Wissenschaft insbesondere auf der Grundlage von Informationen zu Wirksamkeit und Verträglichkeit und unter Einbeziehung der epidemiologischen Nutzen-Risiko-Abwägung entwickelt und ständig fortgeschrieben.

Und: Empfehlungen gibt die STIKO grundsätzlich nur dann, wenn in Deutschland für die entsprechende Indikation Impfstoffe oder Mittel zur spezifischen Prophylaxe auch zugelassen sind!

Hier eine Übersicht über empfohlene Impfungen:

Grippeimpfstoff 2015 / 2016

Impfen ist die beste Möglichkeit, sich und andere gegen Grippe zu schützen. Die Mitarbeiter der KKEL GmbH haben nicht nur selbst ein erhöhtes Risiko, sich zu infizieren, sondern können das Grippevirus auch unbeabsichtigt auf Patienten oder Angehörige und Besucher übertragen – daher ist hier die Grippeschutzimpfung besonders wichtig! Auch wird mit dieser Influenzaimpfung der Entwicklung von Anti-biotikaresistenzen vorgebeugt; sehr häufig werden nämlich Antibiotika im Anschluss an eine Grippe erforderlich!

Masern

Aus aktuellen Medienberichten geht hervor, dass es in diesem Jahr in ganz Deutschland zu massiven Ausbrüchen von Masern gekommen ist. Die Erkrankungsrate hat sich verhundertfacht! Daher hat das Robert Koch-Institut dazu aufgerufen, dass jeder nach 1970 geborene Erwachsene (somit jünger als 45 Jahre) eine zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung erhalten sollte.

Tetanus-Diphtherie-Polio-Keuchhusten

Bereits seit einigen Jahren gilt die Empfehlung, dass alle Erwachsenen eine 4-fach-Impfung gegen Tetanus-Diphtherie-Polio-Keuchhusten erhalten sollen. Keuchhusten hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einer Krankheit des Erwachsenen –insbesondere bei Menschen in höherem Lebensalter – entwickelt. Gleichzeit ist bekannt geworden, dass es bei Neugeborenen keinen „Nestschutz“ gibt. Säuglinge werden also weder durch das Nabelschnurblut noch durch die Muttermilch gegen Keuchhusten geschützt. Viele Mediziner führen den Plötzlichen Kindstod unter anderem auf nicht erkannte Keuchhusten-Infektionen zurück. Deshalb sollten alle Menschen, in deren Familie Säuglinge und Kleinkinder leben, aktuell gegen Keuchhusten geimpft sein!

HPV (Humanes Papillomvirus)


Die HPV-Impfung zur Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs ist kostenlos für Mädchen bis zum 18. Lebensjahr. Geimpft werden können nun auch bereits neunjährige Kinder – das Alter wurde entsprechend herabgesetzt. Für jede Frau, die vor dem 18. Lebensjahr einen Anteil der 3-teiligen Impfung erhalten hat, übernehmen die Krankenkassen auch danach noch die Kosten für die beiden anderen noch fälligen Impfungen.

Impfkalender (Grundimmunisierung)

 

ALTERSCHUTZIMPFUNGHINWEIS
ab 6 Wochen        Rotavirenzwei bzw. drei Mal im Abstand von vier Wochen
ab Beginn des 2. Monats   
Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Tetanus (Wundstarrkrampf), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Haemophilus infl uenzae Typ B, Hepatitis B (Gelbsucht), Pneumokokken  drei Mal im Abstand von vier Wochen; Kombinationsimpfstoffe
verfügbar
11.–14. Monat     Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ B , Hepatitis B, Pneumokokkenvierte Impfung
11.–14. Monat Masern, Mumps, Rötelnerste Impfung (MMR-Kombinationsimpfstoff)
11.–14. MonatVarizellen (Windpocken)erste Immunisierung
ab dem 12. MonatMeningokokken Typ C nur eine Impfung
15.–23. MonatMasern, Mumps, Röteln, Varizellen zweite Impfung, entweder MMRV-Kombinationsimpfstoff
oder Einzelimpfung MMR und Varizellen
5–6 Jahre Tetanus, Diphtherie, PertussisAuffrischimpfung
9–17 JahreDiphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis Auffrischimpfung
9–14 Jahre Gebärmutterhalskrebs (HPV)                                    in der Regel zwei Impfungen innerhalb von sechs Monaten
ab 18 JahrenMaserneinmalig für alle nach 1970 Geborenen mit unklarem Immunschutz
18–60 Jahre  Diphtherie, TetanusAuffrischimpfung jeweils zehn Jahre nach der letzten Impfung
18–60 Jahre PertussisAuffrischimpfung einmalig in Kombination mit Diphtherie und Tetanus
ab 60 Jahren

Influenza

Pneumokokken

jährlich

einmalig

Quelle: Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO) Stand: Februar 2015.

Neben diesen Standardimpfungen gibt es wirksame und sichere Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission nicht bevölkerungsweit empfohlen werden. Diese Impfungen können trotzdem, je nach Gesundheitslage, als Ergänzung für Sie sinnvoll sein; lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten.