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Endokrinologie

Als Endokrinologie bezeichnet man die Hormonlehre. Sie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Der Begriff stammt aus dem Griechischen (endo=hinein, krinein=absondern). Als wichtige Botenstoffe sorgen Hormone dafür, dass die Prozesse in unserem Körper richtig funktionieren. Das Wissen um die Zusammenhänge von Hormonmangel bzw. –überschuß erleichtern das Verständnis für die Physiologie und Pathophysiologie vielfältiger Krankheitsbilder auch in anderen Bereichen wie der Gastroenterologie, der Kardiologie, der Nephrologie aber auch der Reproduktions- und Altersmedizin.

In den Akutkrankenhäusern der KKEL GmbH werden seit Jahren endokrinologische Störungen und Krankheiten stationär behandelt. Chefarzt Dr. Peter G. Auer ist daneben als Facharzt für Endokrinologie von der kassenärztlichen Vereinigung ermächtigt, endokrinologische Krankheitsbilder auch ambulant abzuklären und zu behandeln. Entsprechende Anfragen können gerne an das Chefarztsekretariat im St. Josef-Hospital, Telefon (0209) 504-25200, oder an pauer@kkel.de gerichtet werden.

Neben dem Diabetes geht die andere „große“ endokrinologische Volkskrankheit von der Schilddrüse aus. Neben dem klassischen Jodmangel „Kropf“ stehen hier die Knotenbildung, ob gut oder bösartig, im Vordergrund. Diese sind bei ca. 20-30 % insbesondere der älteren Bevölkerung nachzuweisen.  Aber auch Autoimmunstörungen wie die Hashimoto-Thyroiditis oder der M.Basedow sind gar nicht selten und eine Über- bzw. eine Unterfunktion sind häufige Störungen im klinischen Alltag. Neben dem Labor und der Szintigraphie spielt der Ultraschalls eine herausragende Rolle. Mit Farbe kodiert gewinnt man schnell Gewissheit über das zugrunde liegende Problem und kann sofort erste diagnostische Schritte ableiten. Im Rahmen unsere Schilddrüsenambulanz werden alle Befunde zusammengeführt und mit den Patienten besprochen. In der weiteren Betreuung passen wir die Medikation an bzw. werden evtl. sich ergebende Operationen bzw. Radiojodtherapie individuell erörtert.

Herzkreislauferkrankungen stehen mit an der erster Stelle der Sterblichkeitsstatistik und der Bluthochdruck ist ein potentieller Killer. 25 % der Gesamtbevölkerung ist davon betroffen.  Der Einfluss von Hormonen auf die Hypertonie wird unterschätzt. In den letzten Jahren haben Studien gezeigt,  daß ca. 10 % der Bluthochdruckerkrankungen hormonell bedingt sind. Hier zu nennen sind an erster Stelle der (normokaliämische) Hyperaldosteronismus, eine Erkrankung der Nebennierenrinde. Viel seltener ist das Phaechromozytom das durch krisenhafte Blutdruckentgleisungen gekennzeichnet ist. Laboranalysen geben hier erste Hinweise. Eine sichere frühzeitige Identifizierung dieser Störung hat entscheidenden Einfluss auf eine gezielte und, im Idealfall, kurative Therapie. Insbesondere junge Patienten oder Patienten mit einem schwer einstellbaren Bluthochdruck sollten einem Screening unterzogen werden.

Durch die zunehmende Lebenserwartung der Menschen gewinnt auch die Osteoporose eine ernorme Bedeutung. Eine Datenanalyse ergab, dass etwas 7,8 Millionen Menschen im Alter ab 50 Jahren, somit ca. ein Viertel der Bevölkerung, betroffen sind. Es gibt verschiedene Ursachen dieser Erkrankung aber auch hier spielen Hormone eine entscheidende Bedeutung. Ob es die klassische Osteoporose nach den Wechseljahren ist (Östrogenmangel) oder der Mangel an aktivem Vitamin D (bei Nierenerkrankungen oder Mangel an Licht) die Ursachen sind vielfältig und ebenso die Behandlungsmöglichkeiten.

Neben Wachstumsstörungen (Verzögerung bei Mangel an Wachstumshormon) oder z.B. der Akromegalie, einem Wachstumshormonüberschuss, gibt es eine Vielzahl weiterer Störungen die andere Regelkreise betreffen wie den des Wasserhaushaltes, der Kortisonstoffwechsels uvm. Die Reproduktionsmedizin ist ohne die grundlegenden Kenntnisse im Bereich der Endokrinologie undenkbar.

Übergewicht ist ebenfalls ein wachsendes Problem unserer Wohlstandsgesellschaft. Im letzten Jahrzehnt hat der Kalorienverzehr pro Kopf um ca. 200 kcal/tag zugenommen. Neben Lebensstil und Genetik gibt es auch hier hormonelle Aspekte die ursächlich sein können. Zum Beispiel sind Schilddrüsen- und Nebennierenrindenfunktionsstörungen auszuschließen. Das Fettgewebe ist an sich schon hormonell aktiv. Nach Ausschluss einer endokrinologischen Ursache werden an unserem Krankenhaus neben den klassischen diätetischen Maßnahmen auch Magenballons implantiert bzw. bariatrische Operationen (Magenband) durchgeführt.

Die mittlere Lebenserwartung ist von 46 Jahren um 1900, dank der verbesserten Lebensumstände und des medizinischen Fortschritts, heute bei ca. 80 Jahren mit steigender Tendenz. Die klassische Medizin behandelt meist nur die Symptome von bereits eingetretenen Alterserkrankungen. Ziel der Anti-Aging Medizin ist es hingegen, chronischen Krankheiten gezielt vorzubeugen bzw. bestehende Prozesse abzumildern oder zu verlangsamen (salutogenetischer Ansatz).

Dabei handelt es sich Grundsätzlich um drei große Themenbereiche: 

  1. Lebensführung: Ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung, Training der geistigen Fitness und rechtzeitige Aufdeckung persönlicher Risiken. 
  2. Unterstützung des Körpers beim Kampf gegen freie Radikale mit Antioxidantien, Vitaminen, Spurenelementen. 
  3. Ersatz der natürlichen Hormone: Entgegen vieler Vorurteile geht es hier nicht um die zusätzliche Gabe künstlicher Hormone. Ganz im Gegenteil, nach einer eingehenden Untersuchung werden genau die Hormone ersetzt, an denen ein Mangel herrscht (Substitution). Der Ersatz erfolgt durch natürliche Hormone. Viele Menschen kennen dies z.B. bei der Gabe von Schilddrüsenhormonen. Es werden aber nicht nur genau angepasste individuelle Dosen der natürlichen Hormone gegeben, die Hormone werden auch in der Form gegeben, wie sie vom Körper am besten aufgenommen werden können: So werden Östrogene und Testosteron am besten als Gel über die Haut aufgenommen, andere Hormone müssen als Tablette oder Kapsel eingenommen werden. Durch die transdermale Verabreichung der Hormone wird das vielfach diskutierte leicht erhöhte Krebsrisiko vermieden.In der Regel werden folgende Hormone ausgeglichen: Östrogene, Testosteron, evtl. auch DHEA und Melatonin. Die Daten zur Hormonersatztherapie bei der Frau haben in den letzten Jahren vor allem eines gelehrt, nämlich das die Therapie so individuell wie  möglich gestaltet werden muss, um so den optimalen Vorteil für die Patientinnen zu erreichen. Beim alternden Mann zeigt sich, dass eine Reihe von testosteronmangel-assoziierten Problemen(Hirnleistung, Depression, Sexualfunktion), unter Beachtung den speziellen Empfehlungen der Fachgesellschaften, einer Hormonersatztherapie zugänglich sind.

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