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Bewegungsstörungen

Im Rahmen einer KV-Ermächtigungsambulanz (Oberarzt Dr. med. A. Rogozinski) erfolgt die Behandlung von dystonen und spastischen Bewegungsstörungen. Schwerpunkt ist die Behandlung cervikaler Dystonien, des Blepharospasmus, des Hemispasmus facialis und fokaler Dystonien sowie die Armspastik nach Schlaganfall. Die Zuweisung ist über nicht fachärztliche und fachärztliche Kollegen möglich. 

Die Sprechzeiten sind dienstags und mittwochs von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr und nach individueller Vereinbarung über das Kliniksekretariat.

Eine Dystonie hat ihre Ursache in einem gestörten Gleichgewicht von Nervenbotenstoffen im Gehirn. Es kommt hierdurch zu unwillkürlichen Bewegungen zum Teil mit Verkrampfungen und bizarren Fehlhaltungen. Früher wurden diese Erkrankungen als psychische Störung eingeordnet, inzwischen ist gesichert, dass es sich hierbei um eine körperliche neurologische Erkrankung handelt. Die Bewegungsstörung kann nur umschriebene Bereiche des Körpers betreffen, z.B. die Augen oder den gesamten Körper und alle Gliedmaßen. Je nach Ort des Auftretens der Bewegungsstörung unterscheiden wir verschiedene Erkrankungen.

Seit den 90er Jahren ist Botulinumtoxin als wichtigstes Behandlungsverfahren der Erkrankungen im Einsatz. Botulinumtoxin ist eines der stärksten bekannten Gifte  und war früher als Verursacher der Lebensmittelvergiftung gefürchtet. Es handelt sich um ein Eiweiss, welches von Bakterien produziert wird  (Clostridium botulinum). Es wird auch zur Faltenglättung in der kosmetischen Chirurgie benutzt und für eine Vielzahl von anderen Erkrankungen (übermäßiges Schwitzen, Verkrampfung der Speiseröhre, Analfissuren, übermäßige Speichelproduktion, Spastik, Schielen, oder Blasenfunktionsstörungen). Das Gift wird mit einer Nadel direkt in den Muskel gespritzt. Die Kontrolle der korrekten Position erfolgt zum Teil mittels Messung der Muskelaktivität (EMG) oder mit Ultraschall. Im eingesetzten Dosisbereich sind lebensgefährliche Komplikationen nicht zu befürchten.  Die Wirkung nach der Injektion setzt normalerweise innerhalb von wenigen Tagen ein und hält bis zu 3 Monaten an. Danach ist eine erneute Injektion nötig. Leichte Nebenwirkungen sind ebenfalls selten. Hierbei kann es sich um Blutergüsse handeln oder vorübergehende  übermäßige Muskelschwäche und Mundtrockenheit. Die Nebenwirkungen hängen natürlich auch vom Ort der Injektion und der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Hierbei handelt es sich um eine der häufigsten Dystonien, sie tritt meistens im mittleren Lebensalter auf.  Es kommt zu unwillkürlichen Drehbewegungen des Kopfes, zum Teil auch mit Seitwärtsneigung, Rückwärtsneigung oder einem Zittern. Bei vielen Menschen treten Schmerzen auf. Eine dauerhafte Heilung der cervicalen Dystonie ist bisher noch nicht möglich. Mit Botulinumtoxin lässt sich jedoch eine deutliche Besserung erreichen.

Hierbei kommt es zu starkem Blinzeln und Zukneifen der Augen, welches so ausgeprägt sein kann, dass die Patienten praktisch blind sind. Schwere Schicksalsschläge, psychischer Stress und Ärger können die Symptome erheblich verstärken, ebenso wie Licht, Windzug oder bestimmte Situationen. Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist sehr erfolgreich und befriedigend für den Patienten.  Eine Heilung ist allerdings nicht möglich. Die Behandlung erfolgt mit sehr dünnen Nadeln und ist nicht schmerzhaft. Behandelt werden die Muskeln um das Auge.

Bei manchen Patienten kommt es nur zu Verkrampfungen der Muskulatur, wenn sie bestimmte Tätigkeiten ausführen wie zum Beispiel Schreiben. Dabei kommt es zu Fehlhaltungen der Hand und Finger so dass das Schriftbild gestört wird, Schmerzen auftreten und unwillkürliche Fehlstellung von Hand und Fingern bemerkt werden. Auch hier handelt es sich um ein Ungleichgewichtig von Bodenstoffen im Gehirn, eine Heilung ist meistens nicht möglich. Verbesserungen können erreicht werden durch ergotherapeutisches Training und durch die Injektion von Botulinumtoxin.

Bei dieser Erkrankung handelt es sich nicht um eine dystone Bewegungsstörung im eigentlichen Sinne. Ursache ist in der Regel eine kleine Ader, die den Gesichtsnerven im Bereich der Schädelbasis reizt, dabei kommt es zu Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, die meistens am Auge beginnen, sich dann aber auf die halbe Gesichtsseite ausdehnen. Mit Botulinumtoxin können diese Zuckungen deutlich reduziert werden. Eine Heilung ist nicht möglich. Bei erfolgloser Behandlung mit Botulinumtoxin kann eine Operation in Betracht gezogen werden.

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