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HIFU-Behandlung bei Prostatakrebs

Punktgenaue Behandlung der Prostatakrebses - Fokale Therapie von Krebsherden in der Prostata mittels fokussiertem Ultraschall (HifU)

Krebsherde  in der Prostata gezielt behandeln, ohne das ganze Organ zu behandeln oder gar zu entfernen -  Dieser  Idealvorstellung von Patienten und Urologen erschließt sich im Rahmen der Weiterentwicklung der Ultraschall-Technologie seit Anfang 2016 ein neuer Weg.

Die Behandlung  von auf die Prostatadrüse begrenztem Krebs mittels hochintensivem fokus-sierten Ultraschall anstelle der Radikal-Operation oder der Bestrahlungstherapie - vor allem wenn diese Verfahren nicht in Frage kommen -  ist ein seit vier Jahren in der Urologie des St. Barbara Hospitals fest etabliertes Behandlungsverfahren. Weit über 100 Patienten sind in diesem Zeitraum von Oberarzt Dr. med. S. Hauser und Prof. Dr. med. B. Planz mit „HifU“ behandelt  worden, wobei die Behandlungsergebnisse bezüglich des Therapieerfolges nicht hinter den anderen Verfahren zurückstehen und die Nebenwirkungen aber besonders beim älteren oder vorerkrankten Patienten deutlich geringer ausfallen.

Ein gravierender Nachteil aller Verfahren bisher ist, dass selbst  bei  einem kleinen oder we-nig aggressiven  Tumorherd in der Prostata immer das ganze Organ behandelt wird.

Zwei Hauptgründe sprachen bisher gegen eine gezielte Behandlung von Krebsherden in der Prostata: Die fehlende Sicherheit in der Bildgebung  zur Darstellung des Karzinoms in der Prostatadrüse . Ultraschall-Diagnostik und  CT-Darstellung der Prostata sind mit einer hohen Fehlerhaftigkeit bei der Lokalisation der Herde behaftet. Hinzu kam eine fehlende Technik zur gezielten Behandlung kleiner Krebsherde,  ohne das Umgebungsgewebe in großem Um-fang mit zu behandeln.

In beiden Problemfeldern stehen aber jetzt Innovationen zur Verfügung, die die Detektion sowie die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessern.

Speziell aufgerüstete Kernspinn-Tomographen (MRT) mit 3 Tesla Rektalspulen ermöglichen eine wesentlich genauere Bildgebung der Prostata. Verdächtige Bezirke können so besser erkannt und markiert werden.

Diese Daten werden dann in ein neu entwickeltes HifU-Gerät zur fokalen Therapie einge-spielt und  ergänzen das zur Behandlung verwendete Ultraschall-Bild. Die neuartige Soft-ware des „Focal One“-Gerätes erlaubt es dem Behandler, jeden beliebigen Punkt in der Prostata, der größer als 5 mm, ist mit fokussiertem Ultraschall zu behandeln und das Gewe-be an dieser Stelle zu zerstören, ohne das Nachbargewebe oder die empfindlichen Nerven-bahnen zur Steuerung der Kontinenz oder Potenz zu tangieren.

Dieses Therapieverfahren bietet zudem eine Behandlungsoption für eine Patientengruppe, die in der letzten Zeit immer stärker in den Fokus der urologischen Behandlung tritt, die Gruppe der an Prostatakrebs erkrankten Patienten unter „aktiver Überwachung“.

Unter „active surveillance“ verbirgt sich ein Behandlungskonzept für Prostatakrebspatienten, bei welchen hinsichtlich der Aggressivität und der Ausdehnung des Krebses so gute Prognosefaktoren vorliegen, das das Langzeitüberleben ohne Therapie nicht schlechter ist, als bei Patienten, die sich einer operativen oder strahlentherapeutischen Behandlung unterzogen haben.

Dieser  Therapieansatz verlangt allerdings ein hohes Maß von Mitwirkung bei den Betroffenen, da engmaschige Kontrollen inklusive regelmäßiger Probeentnahmen aus der Prostata durchgeführt werden müssen, um einen Übergang des Krebses in eine aggressivere und damit therapierelevante Form rechtzeitig zu erkennen.

Gerade für diese Patientengruppe lässt sich mit Hilfe der fokalen Therapie eine zusätzliche Sicherheit erreichen, da auf fokaler Ebene eine hochwirksame Therapie durchgeführt wird,  ohne die Nebenwirkungen der Behandlung der  gesamten Prostata in Kauf zu nehmen.

Nach wie vor gibt es mit „Fokal One“ auch die komplette Behandlung der Prostatadrüse bei Prostatakrebs und bei Strahlenversagen. Die Europäische Gesellschaft für Urologie emp-fiehlt erstmals in den neuen Leitlinien 2014 eine HIFU-Behandlung als Alternative zur Radi-kalenentfernung oder Strahlentherapie mit einem Evidenzlevel C.

Für Rückfragen zum Behandlungsverfahren und der Verfügbarkeit können sich Interessierte an das Sekretariat der Klinik für Urologie, Telefon 02043/278-15600, wenden. 

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