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HIVEC-Behandlung bei Blasenkrebs

Neues Therapieverfahren zur Behandlung von Blasenkrebs mit Hyperthermie (HIVEC) 

Das Harnblasenkarzinom ist mit 28.000 Neuerkrankungen pro Jahr das dritthäufigste Karzinom. Die Inzidenz ist steigend (30% innerhalb von 15 Jahren). Das neue Therapieverfahren (HIVEC: hyperthermische intravesikale Chemotherapie mit Mitomycin) wird nach Blasentumoroperationen angewandt, um ein Wiederauftreten oder ein Fortschreiten der Krebserkrankung zu verhindern, so Prof. Dr.med. Bernhard Planz , Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am St. Barbara Hospital in Gladbeck.

Bisherige Studien und die Ergebnisse von den behandelten Patienten in Gladbeck mit dem neuen Therapieverfahren HIVEC (Combat BRS System) zeigen eine deutliche Senkung der Rezidivrate, d.h. erneut einen Blasentumor zu erhalten, erläutert Cajetan Nzeh, Funktionsoberarzt der Klinik für Urologie in Gladbeck.

Das verwendete Combat BRS System ist ein Re-Zirkulationssystem und gewährleistet damit eine effiziente Wärmeübertragung und eine genaue Temperaturregelung von 43 Grad Celsius bei homogener Verteilung von Mitomycin-C in der Blase. Mitomycin-C ist ein alkylierendes Chemotherapeutikum, welches bei 43 Grad effektiver wirkt als bei normaler Körpertemperatur. Durch die Erwärmung ist auch ein tieferes Eindringen des Mitomycin-C in die Blasenwand möglich. So können Krebszellen besser zerstört werden.

Die Hyperthermie hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Immunsystem, was zu einer verstärkten Aktivierung von mehr natürlichen Killer-Zellen führt. Diese Killerzellen richten sich gegen wärmegeschädigte Krebszellen, da sie Hitzeschockproteine auf der Oberfläche der Krebszellen erkennen. Der multifaktorielle Wirkmechanismus der Chemo-Hyperthermie erzeugt eine starke synergistische Wirkung, die ganz spezifisch auf Krebstumoren und Krebszellen wirkt.

Aus unserer Erfahrung sind keinerlei ernsthafte Nebenwirkungen bekannt. Die Behandlung dauert ca. 60 Minuten pro Sitzung. Insgesamt sind 6 Sitzungen (1 Sitzung pro Woche) erforderlich. Anschließend wird die Behandlung beim niedergelassenen Urologen fortgeführt mit einer einfachen Mitomycininstillation jede 4. Woche (max. 1 Jahr) oder BCG.

In 75 % tritt der Blasentumor wieder auf. Auch wenn sich alle sichtbaren Tumorgewebe operativ mittels einer Elektroschlinge entfernt wurden, so besteht trotzdem das Risko, dass einzelne, für den Operateur nicht sichtbare Tumorzellen in der Blase zurückbleiben.

Um das Risiko eines Rückfalls zu verringern, wird anschließend ein Chemo- (z.B. Mitomycin) oder Immuntherapeutikum (BCG) direkt in die Blase gespült.

Unser Ziel ist in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Urologen in Gladbeck und anderen Städten im Prostata und Uroonkologiezentrum (DVPZ) die Behandlung von Blasenkrebs langfristig zu verbessern und das Risiko eines Rückfalls deutlich zu verringern.

Anhand der bisherigen durchgeführten Studien und unseren Ergebnissen kann mit diesem neuen Therapieverfahren(HIVEC) vor allem bei stark gefährdeten Patienten (Grad 2 und 3 Tumoren) eine längere Tumorfreiheit  und Progressionsverzögerung erzielt werden.

Nähere Informationen erhalten Sie bei den niedergelassenen urologischen Praxen.

 

 

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